Tierheim Rüsselsheim

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Die Tiger


Tiger-Umzug ins Tierheim Rüsselsheim 

Am 05. Juni 2007 um 02:00 Uhr früh in der Nacht zum Dienstag trafen die beiden französischen Zirkustigerinnen "Natascha" und "Ghandi" nach mehr als acht Stunden Autofahrt im Rüsselsheimer Tierheim ein. Gegen acht Uhr wurden sie dort in ihr neues Quartier gebracht.
Sehen können die Rüsselsheimer die zwei etwa vier Jahre alten Raubkatzen aber erst ab Samstag. Um zehn Uhr soll sich für die Tiere die Klappe zu ihrem Außengehege im Tierheim öffnen. Bis dahin hat die Tierärztin den beiden Tigerdamen Ruhe im Tigerhaus verordnet, erklärte Tierheimleiterin Judith Wagner gestern der "Main-Spitze". Auch Fotos dürfen bis da hin nicht von ihnen geschossen werden. Denn im Körper der beiden Großkatzen müsse sich jetzt zunächst einmal das Narkosemittel abbauen, dass ihnen gespritzt worden sei, um sie von ihrem Gehege in einem privaten Lübecker Tierpark in die Transportboxen für die Fahrt zu bekommen, die dort nicht direkt andocken konnten. Tigerin "Natascha", mit rund 200 Kilogramm Lebendgewicht die größere von beiden, musste dafür sogar nachnarkotisiert werden. Ein Gegenmittel wurde den Tieren noch vor Antritt der Fahrt gespritzt. "Natascha" hätten die Verantwortlichen in Rüsselsheim dann nach der Überführung mit flacher Atmung vorgefunden, weshalb sofort die Tierärztin eingeschaltet worden sei, da man Angst hatte, der Tigerin könnte der Kreislauf komplett wegsacken, was jedoch nicht eingetreten sei, berichtete Judith Wagner. Recht schnell seien die beiden Tigerinnen morgens aus ihren Transportboxen gekommen. Die 170 Kilo schwere "Ghandi" habe erst einmal argwöhnisch aus der Box geschaut. "Natascha" sei dagegen gleich aus der Kiste geschossen. Abends gab es für die beiden Tiere dort erstmals Fressen - die Hälfte ihrer ansonsten üblichen Portion Rindfleisch. 
 

 Für die Tiere musste eine neue Bleibe gefunden werden, nachdem die Stadt Lübeck
 den auf ein Jahr befristeten Aufenthalt nicht verlängert hatte.


Tiger als Wegwerfware

Die beiden Tigerdamen (Natascha und Ghandi) schienen, außer für die Tierfreunde, für Niemanden einen Wert zu besitzen.

Es fing damit an, daß die beiden vierjährigen Bengal-Tigerinnen NATASCHA und GANDHI von ihrem Dompteur heimlich in einer verlassenen Gegend im Süden Frankreichs in einem LKW abgestellt und allein gelassen wurden.


Fast 3 Jahre lang litten sie in ihrem engen Käfigwagen, auf gerade einmal 4 Quadratmetern, ohne Schatten, der prallen Sonne Südfrankreichs ausgesetzt! Für die Fütterung sorgte ein Zoo, der sie jedoch nicht aufnehmen konnte.
Erst im Oktober 2005 erfuhr die Brigitte Bardot Stiftung von dem Elend. Gerade noch rechtzeitig, denn die Tiger waren bereits abgeschrieben und von behördlicher Seite auf die Todesliste gesetzt worden. Dieser grausamen Haltung sollte endgültig ein Ende gesetzt werden - ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf das Leben dieser Tiere!

Verzweifelt versuchte die Stiftung eine Unterbringung für die beiden zu finden, kontaktierte Zoos in der ganzen Welt - ohne Erfolg.Die Brigitte Bardot Stiftung gab nicht auf und schickte ein letztes Mail in internationale Tierschutzverteiler. Das Räderwerk der Gruppe Tigerschutz setzte sich augenblicklich in Bewegung. Eine sofortige Verbindung mit der BB-Stiftung wurde aufgenommen.So musste das bereits laufende Tötungsverfahren gestoppt werden. Ein schmaler Lichtstreif am Horizont tat sich für die bereits todgeweihten Tigermädchen auf.Jetzt sollte sich wieder einmal herausstellen, wie gefährlich Artenschutz für Tiere sein kann. Kein "normaler" Transport war möglich, so wie man ihn mit "gewöhnlichen" Tieren durchführen kann, stattdessen fürchterliche "Artenschutzbürokratie".

Ganze 4 Monate dauerten die Bemühungen, der Schreibkram, die Telefonate und alles was dazugehört, bis die Tiger am 29.04.06 nach 2-Tagen anstrengender Fahrt von Marseille in einem Lübecker Tierpark eintrafen.

 

 

 

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